Geschichte

Namensforscher Dr Udolph über Ballenhausen hier der Mitschnitt

Ballenhausen ist ein Kirchdorf im Kreise Göttingen, liegt 8 km südlich dieser Stadt und
ebenso weit nördlich von der seit dem letzten Weltkrieg wieder geschaffenen
Dreiländerecke bei Eichenberg, wo englische, amerikanische und russische Besatzungen
einander gegenüber standen längs der früher preußischen Provinzgrenzen von Hannover,
Hessen und Sachsen.

Dies ursprünglich cheruskische, nach dem 6. Jahrhundert in der Hauptsache sächsische
Gebiet wurde vor der Karolinger-Zeit durch Zuwanderung mit chattischen und thüringischen
Elementen durchsetzt, und ist seitdem immer Durchgangsgebiet gewesen und Grenzland
geblieben. Das läßt sich auch nachweisen durch die unterschiedliche Mundart und
Dorfbenennung (Schneen; Weende, Jühnde, Diemarden, Harste, Lengden -- früher auf Jthi
endend -- sind alle cheruskischen Ursprungs) sowie durch die meist übliche mitteldeutsche
Bauweise (getrennte Wohn- und Wirtschaftsgebäude im Gegensatz zu der im übrigen
Niedersachsen vorherrschenden Art der Einzelhöfe mit Wohnung und Stall unter einem Dach).
Südhannover liegt also in einem auch früher schon heftig umstrittenen Grenzgebiet und
hat durch Aufstände, Fehden und Kriegszüge eine besonders wechselvolle Geschichte.
Das obere Leinetal gilt mit seinem Weizen- und Rübenboden als sehr fruchtbar. Die
Feldmark von Ballenhausen hat an dessen ertragreichen Leinewiesen zwar keinen Anteil,
ihre Felder bauen sich aber auf dem nicht weniger fruchtbaren Verwitterungsboden von
Keuper und dem Schwemmlandboden von Löß auf.

Historiker bestätigte Urkunde, demnach ist Ballenhausen 2010 875 Jahre alt.

Jahrelang gingen die Einwohner von Ballenhausen davon aus, dass ihr Ort 1109 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Doch die Chroniken müssen korrigiert werden, denn ein Historiker der Uni Göttingen hatte festgestellt, dass die Urkunde, auf die sich die erste Erwähnung des Dorfes bezog, angezweifelt werden müsse. Ballenhausen wurde demnach bestätigt erstmals im Jahr 1135 (6. Januar 1135) urkundlich erwähnt. Das Wahrzeichen Ballenhausens ist die denkmalgeschützte Sommerbuche, die regelmäßig 14 Tage früher blüht als andere Bäume. Sie steht oberhalb der Wiesenfläche "Vom Berge".  

Ballenhausen wird zum ersten Male 1109 Ballenhausen, 1130, 1168 Ballinhusen, 1261 Balenhusen und dann weiter wieder als Ballenhusen 1304, 1340, 1360, 1362, 1382, 1463 usw. urkundlich erwähnt. Für die Herleitung und Deutung seines Namens haben sich keine Anhaltspunkte ergeben; wohl aber wird der Name in zahlreichen Urkunden der benachbarten Klöster Reinhausen (gegr. um 1090) und Mariengarten (gegr. 1245) sowie der adeligen Archive in Lehen- und Verpfändungsurkunden der Herren von Bodenhausen, von Stockhausen, von Rusteberg, von Uslar und von Hanstein nachgewiesen.

Wann nun das Dorf Ballenhausen, das längst vor der ersten Beurkundung seines
Namens vorhanden gewesen sein muß, entstanden ist, läßt sich nicht genau feststellen.
Lediglich aus der Namensendung "hausen" kann man schließen, daß es - zu den Ortsnamen der II. Periode gehörend - der Vorkarolinerzeit zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert seine Entstehung verdankt. Seine Lage an und zwischen zwei wasserreichen Bächen („Rein und Main") und am Rande großer Waldungen (um 500 war auch das Gelände nördlich von Ballenhausen bis Geismar fast durchweg bewaldet) ist jedenfalls geschickt gewählt. Dazu erlaubten Wiesen in den Bachniederungen ausreichende Viehhaltung, die durch die Weidemöglichkeiten an den Triften und in den angrenzenden Wäldern noch größere Sicherung erhielt. Auch der in der späteren Dreifelderwirtschaft nicht sehr ausgedehnte Getreidebau nach dem offenen Leinetal zu gab den zunächst wenigen Siedlern genügend Brot, und die Erzeugnisse aus Flachs und Wolle schützten sie vor Hunger und Kälte.

Das Wahrzeichen von Ballenhausen ist die unter Denkmalschutz stehende Sommerbuche. Sie steht oberhalb der Wiesenfläche "Vom Berge" und führt ihren Namen darauf zurück, dass sie alljährlich mind. 14 Tage früher ihre grüne Pracht zeigt als vergleichbare Bäume.
Mittelpunkt des Dorfes ist die 1774 erbaute bzw. neu errichtete St. Johannes Kirche mit dem Ehrenmal und dem Thie. Zentraler Veranstaltungsort für viele Feiern ist das 1980 erweiterte Sporthaus.

Quelle: Aus der Dorfgeschichte von Ballenhausen und Bodenhausen von Fritz Scheidemann.

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